Ein paar offene Worte zu den Themen Zucht, Vereine, Tierschutz und Schwarzzucht

 

DIe Zucht im Verein - mehr schutz für die tiere

 

Warum ist es besser für Katzen und Käufer, wenn der Züchter einem eingetragenen Katzenzuchtverein angehört?

Natürlich gibt es in Deutschland glücklicherweise Gesetze, die Tiere zumindest minimal schützen sollen. Vor allem im Bereich der Haltung und der Qualzuchten hat sich in den vergangenen Jahrzehnten einiges getan.
Ein ordentlicher Katzenzuchtverein sollte aber noch weiter gehen, als nur diese gesetzlichen Mindeststandards von seinen Züchtern zu verlangen.
In den meisten Vereinen wird darüber hinaus geregelt:

Wie viele Tiere in einem Haushalt maximal gehalten werden dürfen (je nach Wohnfläche)
Wobei mir persönlich hier die Regelungen der Vereine noch nicht streng genug sind.

Welche Impfungen mindestens vorliegen müssen

Mit welchen Gendefekten gar nicht gezüchtet werden darf
Hier sollen die Wurfabnahme durch den Tierarzt und der Besuch von Ausstellungen mit entsprechender Beurteilung durch die Richter dazu beitragen, dass Tiere mit Gendefekten nicht in die Zucht kommen.
Dies hilft natürlich nur bei mit dem bloßen Auge oder durch Untersuchung erkennbaren Defekten. Daher liegt es zusätzlich noch in der Verantwortung des Züchters, Linien, welche mit Gendefekten belastet sind nicht weiter zur Zucht einzusetzen.

Mit welchem Alter eine Kätzin frühestens gedeckt werden darf
Einzige Ausnahme sind Kätzinnen, die schon früh dauerrollig werden und hierfür ein ärztliches Attest haben, weil dauernde Rolligkeit ungesund für die Katze ist. Machen Rassen, gerade Orientalen, sind einfach schon viel früher reif als z.B. die Sibirer.

Wie viele Würfe eine Kätzin maximal in einem bestimmten Zeitraum haben darf
Hier könnte man vielleicht sogar noch ein bisschen strenger sein. Ich persönlich finde, dass pro Jahr ein Wurf für eine Kätzin völlig ausreicht.

Wann Kätzchen frühestens in ihr neues Zuhause abgegeben werden dürfen
Da sind die meisten Vereine 12 Wochen

Bei welchen Erkrankungen der Züchter seine Cattery vorübergehend "schließen" muss und vieles mehr.

Reicht das aus???

Eine verantwortungsbewusster Züchter, wird die Anforderungen seines Vereins stets nur als Minimum ansehen. Leider gibt es auch unter den Vereinszüchtern unterschiedliche "Qualitäten".

Ein seriöser Züchter wird sich bemühen, alle seine Tiere möglichst artgerecht zu halten, sich mit ihnen zu beschäftigen und sie bei und mit sich leben zu lassen, für Hygiene zu sorgen, sie gut zu ernähren, tieräztlich zu versorgen, seine Kätzinnen nicht zu überfordern und eben nicht das Maximum auszuschöpfen, was der Verein an Würfen erlaubt.
Außerdem sind zusätzliche genetisch Untersuchungen und/oder Untersuchungen durch spezialisierte Tierärzte auf rassespezifische Erbkrankheiten erforderlich.

Alle diese Maßnahmen kosten vor allem eins: GELD

Außerdem wird er viel ZEIT in sein Hobby und hoffenlich in die Auzucht der Kitten investieren, so dass sie in einer liebevollen Familie groß werden. Er wird die Kitten niemals zu früh abgeben und immer versuchen, für jedes Kitten die passende neue Familie zu finden, so dass Käufer und Kitten eine glückliche gemeinsame Zukunft erwartet.

"SCHWARZZUCHT" und Massenzucht - einfach nur Tiere ohne Stammbaum?

Das am häufigsten von Leuten gehörte Argument, die sich ein Tier von einem so genannten Schwarzzüchter "billig" gekauft haben, ist: "Wieso soll ich bloß für einen Stammbaum so viel mehr Geld zahlen?!" Das Geld, das sie bei einem seriösen Züchter, der in einem eingetragenen Verein züchtet mehr zahlen, ist aber nicht für ein Stück Papier oder ein paar Titel, welche die Vorfahren errungen haben, sondern ein Beitrag für die hoffentlich umfangreichen Bemühungen, die ein guter Züchter in seine Tiere investiert. Und auch für den Züchter, der seine Tiere liebt, eine Rückversicherung, dass sie sich über die Anschaffung und Haltung eines Tieres Gedanken gemacht haben und ihre Katze auch ihr ganzes Leben lang schätzen und lieben.

Leider gibt es auch innerhalb der Vereinszüchter Unterschiede wie überall auf der Welt. Und manche sehen die Anforderungen des Vereins nicht als Minimum sondern eher als ein ungeliebtes Übel.
Aber wenn Sie hoffentlich einen guten Zücher erwischt haben, dann wird er viel Zeit und Geld in gesunde, wesensfeste Katzen und Kitten investieren.

Ein Schwarzzüchter möchte mit seinen Katzen vor allem eins: GELD VERDIENEN
Leider trifft dies auch auf einige Züchter zu, die in einem Verein züchten, da wie gesagt meiner Meinung nach die Vereine noch nicht streng genug sind und manche Vereine auch zu viele Ausnahmen genehmigen.

Seriöse Katzenzucht sollte ein Hobby sein und bleiben, bei dem man eigentlich immer draufzahlt, aber das ist ja bei jedem Hobby so.

Damit der Schwarzzüchter oder Massenzüchter aber trotz der vermeintlich "billigen" Preise mit seinen Katzen Geld machen kann, kann er sich nicht an Regeln halten, wie sie ihm ein Verein auferlegen würde. Er kann sich oft nicht einmal an den gesetzlichen Tierschutz halten. Und ganz sicher kann er niemals das Geld und die Aufmerksamkeit in seine Tiere investieren wie dies ein seriöser Züchter tut.

Das Ergebnis sind dann Käufer, die sich für 300-400 Euro oder sogar noch weniger eine angebliche "Rassekatze" ohne Stammbaum gekauft haben und hinterher enttäuscht sind oder sogar ein ganz böses Erwachen mit vielen unangenehmen Überraschungen erleben.

Es gibt eine Vielzahl an Virus- und bakteriellen Infektionen oder an Erbkrankheiten.
Sie bekommen kranke, ungeimpfte, unentwurmte Kätzchen.
Kätzchen, die sich tagelang nicht unter dem Bett hervortrauen.
Kätzchen, die nach wenigen Monaten oder Jahren an erblichen Krankheiten leiden und sterben, die bei konsequenter Kontrolle von Elterntieren hätten vermieden werden können.
Kätzchen, die viel zu früh von der Mutter weggenommen wurden, nicht richtig sozialisiert oder schwer psychisch gestört sind.
Außerdem entpuppt sich so manche "Rassekatze" dann doch als Mischling. Dadurch gehen jedoch nicht nur das rassetypische Aussehen, sondern vor allem viele der rassetypischen Charaktermerkmale verloren. Und generell steigt bei nicht gut ausgewählten Zuchtlinien einfach die Gefahr von erblichen Erkrankungen.

Letzen Endes passiert etwas ganz simples: Sie kaufen BILLIGER, dafür aber weniger QUALITÄT.

Und der Schwarzzüchter hat die Kosten einer seriösen Zucht, zwar erst einmal vom Kaufpreis abgezogen, aber hinterher dann doch wieder auf den Käufer abgewälzt, denn der ist derjenige, der für Tierarzt etc. bezahlen wird. Auf den Käufer kommen Kosten und Kummer und auf die Katzen viel Leid zu.

Aber die wirklich Leidtragenden sind die Tiere und dabei häufig die Mutterkatzen, die viel zu oft werfen müssen, was an ihren Kräften zehrt, zu Entzündungen von Gesäuge und Gebärmutter führt etc. Und natürlich die kleinen Kätzchen, die leider auch viel zu oft aus Mitleid gekauft werden. Genau darauf spekuliert ein Schwarzzüchter aber und solange er seine Tiere los wird, wird er weitermachen.

Achten Sie möglichst genau darauf:


- mit welchem ALTER die Kitten abgegeben werden

- welche Imfpungen, Entwurmungen sie bis dahin erhalten haben

- wie die GESAMTEN Katzen gehalten werden, also schauen sie sich wirklich das ganze Haus an!

- wenn sich die Gelegenheit ergibt, schauen Sie, was die Katzen und Kitten zu Essen bekommen (nur Billigfutter???)

- welche Vorsorgeuntersuchungen/Untersuchungen auf Erbkrankheiten die Kitten und die erwachsenen Tiere erhalten

- auf der Homepage des Züchters sollte klar erkennbar sein, wie viele Würfe/Kitten (mit Geburtsdatum) von welchen Eltern in der Vergangenheit gefallen sind, damit sie selbst nachrechnen können, wie häufig eine Kätzin Junge bekommt.

- welche und vor allem wie viele anderen Rassen oder Tierarten evtl. NOCH gezüchtet werden und ob so den einzelnen Jungtieren auch wirklich genug Zeit und Zuwendung geschenkt werden kann.

- ob der Stammbaum von einem seriösen, eingetragenen Verein ausgestellt wurde

 

Hier ein interessanter Link zum Thema "Geldverdienen mit Katzen"